Neuigkeiten: Die Vellberger

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Sax
Stadtkapelle Vellberg
Bühne Die Vellberger

Mit viel Hingabe und Gefühl

icon.crdate04.01.2026

Einen lang gehegten Wunsch hat sich die Stadtkapelle Vellberg mit ihrem Auftritt in der Martinskirche auf der Stöckenburg erfüllt. Die Musikerinnen und Musiker begeistern das Publikum.

Dass der Wunsch nach einem Konzert in der Kirche auch beim Publikum ankam, zeigte der Andrang in der fast bis vollbesetzten St. Martinskirche auf der Stöckenburg in Vellberg. „Lassen Sie sich von uns durch den Abend tragen“, forderte Stadtkapellenvorstand Peter Lüdtke die Zuhörerinnen und Zuhörer auf.

Zuvor war einleitend Martin Scharnagls „Mountain Wind“ erklungen: weit ausladende Melodiebögen, zunächst getragen im Ton, dann nach einem Trompetensolo ins Majestätische übergehend und nach einem zurückgenommen leisen Flötensolo noch mehr gesteigert. Bemerkenswert wirkte darauf der langsame Mittelsatz aus Antonio Vivaldis „Winter“ aus den „Vier Jahreszeiten“ in einer Bläserversion.

Das ruhig pulsierende Barockwerk bot auch Saxofonen und Tenorhörnern die Möglichkeit zum melodischen Gestalten. „Jeder von uns trägt eine Geschichte in sich“, hieß es dann in der Moderation einleitend zum nächsten Stück, Phillip John Hanseroths „The Story“, bekannt aus der Fernsehserie „Grey‘s Anatomy“. Marc Schaile hatte dazu das Tenorhorn-Solo übernommen: mal erzählerisch und gesanglich, mal in den Beat einfallend.

Das nächste Solo wurde gesungen vorgetragen: Altsaxofonistin Lena Wadanjek hatte ihr Instrument zur Seite gelegt und Bette Midlers „The Rose“ innig wiedergegeben, einfühlsam und mit viel klanglicher Wärme von der Stadtkapelle unter der Leitung von Andreas Lücke begleitet. Dem schloss sich Johann Sebastian Bachs „Air“ laut der Moderation „wie stille Kraft, die lange nachklingt“ an: schön geatmet, transparent gespielt und weich gesanglich interpretiert.

Etwas für die Saxofonistinnen und Saxofonisten war danach Dmitri Schostakowitschs Walzer aus „Suite für Varieté-Orchester“ mit seiner unentrinnbaren Melancholie des Dreiertakts. Mit Niklas Bader legte ein weiterer Saxofonist sein Instrument zur Seite, um sich als Sänger hören zu lassen. Er nahm sich „You Raise Me Up“ von Brian Kennedy und „Secret Garden“ geradezu hingebungsvoll an und wurde dafür mit viel Beifall bedacht.

Viel Soul in der Stimme

Dirigent Andreas Lücke trug den Text von Dietrich Bonhoeffers „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ vor, ehe die Vellberger Stadtkapelle die Vertonung bittend und getragen im Ton zum Klingen brachte. Als Kontrast gab es Whitney Houstons „One Moment in Time“ mit viel Gefühl zu hören.

Sven Hintermajer griff im Anschluss zu Bryan Adams‘ „Everything I Do“ zum Mikrofon und legte dazu viel Soul in seine Stimme. Das brachte ihm ebenfalls wie später „Nessaja – Ich wollte nie erwachsen sein“ aus Peter Maffays „Tabaluga“ viel Applaus ein, ebenso wie dazwischen Niklas Bader und Lena Wadanjek zu ihrem innigen und eindringlich vorgetragenen Duett mit Leonard Cohens „Hallelujah“. Am Ende erhielten alle Musikerinnen und Musiker stehend gespendeten Beifall von den Zuhörerinnen und Zuhörern in der Vellberger Martinskirche, die sich gern von der erklungenen Musik hatten tragen lassen. Das wurde mit zwei Zugaben beantwortet: Lorenz Maierhofers „Der Verliebte“, ausdrucksvoll in Trompeten und Tenorhörnern gespielt, und „Der Mond ist aufgegangen“ als ruhigem Abschluss, dem sich dann aber noch ein längeres Beisammensein zu Punsch und Glühwein anschloss.

 

Quelle 18.11.2025 Haller Tagblatt - Ralf Snurawa

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